Säure im Wein: Was steckt dahinter – und welcher Wein ist für dich der richtige?
- Petra I VinoLoggia

- 3. März
- 4 Min. Lesezeit
"Hat der Wein viel Säure?" – Diese Frage hören wir von unseren Gästen in der der VinoLoggia sehr oft. Und sie ist absolut berechtigt, denn Säure ist für viele Menschen ein entscheidender Faktor beim Weingenuss. Manche lieben die lebhafte Frische, andere vertragen sie schlecht oder mögen sie einfach nicht.
In diesem Artikel erklären wir euch was Säure im Wein eigentlich bedeutet, wie ihr säurereiche von säurearmen Weinen unterscheidet – und welche unserer Weine in der VinoLoggia auch für säureempfindliche Gäste geeignet sind.
Was ist Säure im Wein überhaupt?
Säure ist ein natürlicher Bestandteil jedes Weins – sie entsteht in der Weintraube während der Reife und ist für die Frische und Haltbarkeit des Weins unverzichtbar. Ohne Säure würde Wein flach und leblos schmecken.
Im Wein gibt es verschiedene Säurearten:
Weinsäure – die häufigste Säure in Trauben, stabil und dominant
Äpfelsäure – frisch und grünapfelig, wird oft durch Gärung abgebaut (malolaktische Gärung)
Milchsäure – entsteht durch die malolaktische Gärung, weicher und cremiger als Äpfelsäure
Zitronensäure – in kleinen Mengen, gibt Frische und Lebendigkeit
Gemessen wird die Gesamtsäure in Gramm pro Liter (g/l). Je höher der Wert, desto saurer schmeckt der Wein.
Die Säure-Skala: Von weich bis lebhaft
Niveau | g/l | Wie schmeckt das? | Typische Rebsorten | Verträglichkeit |
Sehr niedrig | unter 4,5 g/l | Weich, fast flach, wenig Frische | Viognier, manche Chardonnay | Sehr gut verträglich |
Niedrig | 4,5 – 5,5 g/l | Rund, samtig, angenehm weich | Grauburgunder, Weißburgunder, Blanc de Blanc | Gut verträglich |
Mittel | 5,5 – 6,5 g/l | Ausgewogen, frisch, belebend | Silvaner, Lugana, Chardonnay | Meist gut verträglich |
Hoch | 6,5 – 8 g/l | Deutlich spürbar, lebhaft, mundfüllend | Riesling, Scheurebe, | Kann problematisch sein |
Sehr hoch | über 8 g/l | Intensiv, scharf, sehr belebend | Champagner | Häufig problematisch |
Hinweis: Diese Richtwerte gelten für trockene Weißweine. Rotweine haben in der Regel eine etwas niedrigere wahrgenommene Säure, da Tannine das Geschmacksbild prägen.

Warum vertragen manche Menschen Säure im Wein schlecht?
Das ist häufiger als man denkt. Es gibt verschiedene Gründe warum Säure im Wein Probleme bereiten kann:
Magensensibilität
Menschen mit empfindlichem Magen oder Sodbrennen reagieren auf säurereiche Weine mit Beschwerden. Die Weinsäure und Äpfelsäure reizen die Magenschleimhaut. Für diese Gäste sind Weine mit niedrigem Säuregehalt und cremiger Textur am besten geeignet.
Zahnschmelzempfindlichkeit
Sehr säurereiche Weine können bei empfindlichen Zähnen ein unangenehmes Gefühl auslösen. Das ist kein Zeichen von schlechtem Wein – sondern einfach eine Frage der persönlichen Verträglichkeit.
Geschmackspräferenz
Viele Menschen empfinden hohe Säure schlicht als unangenehm – sie mögen Weine lieber rund, weich und gefällig.
Was beeinflusst den Säuregehalt im Wein?
Der Säuregehalt hängt von mehreren Faktoren ab – das erklärt warum derselbe Winzer in zwei Jahrgängen sehr unterschiedliche Säurewerte haben kann:
Klima und Jahrgang: Kühlere Jahre = mehr Säure, wärmere Jahre = weniger Säure. Franken 2024 war warm – die Weine haben tendenziell etwas weniger Säure als in kühleren Jahren.
Rebsorte: Riesling und Scheurebe sind von Natur aus säurebetont. Weißburgunder und Grauburgunder haben deutlich weniger Säure.
Ausbau: Weine die im Holzfass ausgebaut werden oder eine malolaktische Gärung durchlaufen haben oft weniger wahrnehmbare Säure – die Milchsäure ist weicher als Äpfelsäure.
Restzucker: Ein kleiner Hauch Restzucker (auch bei 'trocken' deklarierten Weinen bis 4 g/l erlaubt) kann die Säure weicher wirken lassen.
Unsere Vinologgia-Weine im Säure-Check
Hier haben wir unsere aktuellen Weine für euch eingeordnet. Die Werte sind rebsortentypische Richtwerte – die genauen Zahlen der jeweiligen Jahrgänge erfragen wir direkt bei den Weingütern und ergänzen sie hier sobald verfügbar.
Wein | Weingut | Säure | Richtwert | Empfehlung |
2024 Blanc de Blanc trocken Weißburgunder-Basis | Zur Schwane | Niedrig | ca. 5–5,5 g/l | Ideal für säureempfindliche Gäste |
2024 Weißburgunder 'Fünf Freunde' Weißburgunder | Zur Schwane | Niedrig | ca. 5–5,5 g/l | Cremig, rund – sehr gut verträglich |
2023 Volkach Scheurebe trocken Scheurebe | Zur Schwane | Hoch | ca. 7–8 g/l | Nicht für säureempfindliche Gäste |
2022 Blanc de Blanc 'Alte Reben' Weißburgunder | Hans Wirsching | Mittel | ca. 5,5–6 g/l | Gut ausgewogen, meist verträglich |
2024 Iphofer K Silvaner trocken Silvaner | Hans Wirsching | Mittel | ca. 5,5–6,5 g/l | Fränkische Mineralität, meist verträglich |
Lugana Pilandro | Italien | Mittel | ca. 6–6,5 g/l | Frisch aber ausgewogen |
Unser Tipp für säureempfindliche Gäste
Wenn ihr wisst dass ihr empfindlich auf Säure reagiert – sagt es uns einfach wenn ihr bei uns seid. Wir empfehlen euch dann gezielt den Weißburgunder 'Fünf Freunde' oder den Blanc de Blanc von Zur Schwane. Beide sind cremig, rund und sehr gut verträglich. Ihr könnt auch gerne erst ein Glas probieren bevor ihr einen ganzen Karton mitnehmt – genau dafür sind wir da!
Unsere Rotweine im Säure-Check
Gute Nachricht für Rotwein-Liebhaber: Rotweine wirken in der Regel weicher als Weißweine, weil die Tannine die Säure überdecken. Trotzdem gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Weinen – hier die Übersicht:
Wein | Herkunft / Weingut | Säure | Wert | Empfehlung |
Zolla Primitivo di Manduria Primitivo | Puglia, Italien | Niedrig | 5,0 g/l | Sehr gut verträglich – weich und samtig |
Tank No. 32 Bitte ergänzen | Analysedaten beim Produzenten anfragen | |||
Tank No. 26 Bitte ergänzen | Analysedaten beim Produzenten anfragen | |||
Chianti Classico Sangiovese | Toskana, Italien | Mittel | ca. 5,8 g/l | Meist gut verträglich – typische Tannin-Struktur |
Mea Culpa Bitte ergänzen | Analysedaten beim Produzenten anfragen | |||
Ripassa Valpolicella Zenato 2020 Corvina, Rondinella | Venetien, Italien | Hoch | 6,9 g/l | Für säureempfindliche Gäste mit Vorsicht |
Don Mannarone Rosso Terre 2021 | Analysedaten beim Produzenten anfragen | |||
TALOSA Vino Nobile di Montepulciano 2020 Prugnolo Gentile | Toskana, Italien | Mittel | 5,6 g/l | Ausgewogen – meist gut verträglich |
Unser Tipp für säureempfindliche Rotwein-Gäste
Der Zolla Primitivo di Manduria ist mit 5,0 g/l unser säureärmster Rotwein – samtig, weich, vollmundig. Ideal wenn ihr wisst dass ihr empfindlich reagiert. Der Ripassa Valpolicella Zenato dagegen ist charaktervoll und komplex, aber mit 6,9 g/l eher für Gäste ohne Säureempfindlichkeit.
Fazit:
Säure im Wein ist weder gut noch schlecht. Sie ist ein stilistisches Merkmal das zum persönlichen Geschmack passen muss. In der VinoLoggia findet ihr Weine für jeden Gaumen – von weich und rund bis lebendig und frisch.
Kommt vorbei, sagt uns einfach ob ihr empfindlich auf Säure reagiert – wir finden gemeinsam euren Wein. Und nehmt ihn dann gleich als Karton mit nach Hause.



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